Das Konzept des Gottesgnadentums hat seinen Ausgangspunkt bei den karolingischen Königen des Frankenreichs. Deren Vorgänger aus der Dynastie der Merowinger gründeten ihren Herrschaftsanspruch noch allein auf das Geblütsrecht und das Königsheil, das vom rechtmäßigen König auf seine leiblichen Nachkommen übertragen wurde. Pippin der Jüngere, der erste Karolinger auf dem fränkischen Thron, der seinen merowingischen Vorgänger abgesetzt hatte, benötigte daher eine neue Herrschaftslegitimation. Er holte die Zustimmung des Papstes zum Dynastiewechsel ein und ließ sich im Jahre 754 in einer sakralen Krönungszeremonie nach dem Vorbild der biblischen Herrscher Israels zum König salben. Seit dieser Salbung, einer Neuerung im Akt der der Königserhebung, enthalten die fränkischen Königsurkunden die Formel Dei gratia.

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